ZukunftsKongress Sozialwirtschaft managen Vom Denken ins Handeln Der zweite Kongresstag rückte konkrete Lösungsansätze in den Mittelpunkt. Denn der Fachkräftemangel verändert die Sozial- wirtschaft dauerhaft. Welche Strategien Organisationen künftig benötigen, diskutierten Dr. Oliver Ehrentraut, Partner, Direktor und Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung von Prognos, Thomas Kaczmarek, Vorstand des Sozialwerks St. Georg, und Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, im Panel „Weniger ist mehr? Personalstrategien 2030“. Der Fachkräfte- mangel ist keine vorübergehende Entwicklung, sondern eine dauerhafte Führungsaufgabe. Attraktive Arbeitsbedingungen, moderne Führung, eine starke Teamkultur und digitale Unter- stützung sind deshalb entscheidende Erfolgsfaktoren. Eng damit verbunden ist die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sozialer Organisationen. Im Panel „Ein ehrlicher Blick auf die Zahlen“ diskutierten Niels Wantia, Leiter Research Curacon, Jochen Richter, Partner und Leiter des Geschäftsfelds Strate- gie und Organisation Sozialwirtschaft Curacon, Oliver Luckner, Mitglied des Vorstands der SozialBank, sowie Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, wie wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlicher Auftrag miteinander in Einklang gebracht werden können. Be- lastbare Daten, strategische Entscheidungen und nachhaltige Finanzierungskonzepte sind die Grundlage zukunftsfähiger Organisationen. Wirtschaftlichkeit und Qualität lassen sich dabei nicht voneinander trennen. Damit rückte folgerichtig die Frage in den Mittelpunkt, welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig in der Sozialwirtschaft spielen kann. oben v.l.n.r.: Dr. Nadine Hüning, Moritz Hall, Martin Rothhaar, Ben Schmidt und Volker Pesch. 24 KI beginnt mit dem ersten Schritt Pflegedokumentation, Dienstplanung oder Qualitätsmanage- ment – in vielen Einrichtungen binden administrative Aufgaben wertvolle Zeit, die an anderer Stelle dringend benötigt wird. Gleichzeitig wächst der Druck, Prozesse effizienter zu gestalten, ohne die Qualität der Versorgung aus dem Blick zu verlieren. Kann Künstliche Intelligenz dabei helfen? Martin Rothhaar, CHO Amaizing Impact & Founder AI Impact Days, Dr. Nadine Hüning, Vorständin des Verbands für Digitali- sierung in der Sozialwirtschaft (vediso), Thomas Leyendecker, Leiter IT der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe, sowie Moritz Hall, Mitgründer des Start-ups VoluLink, verdeut- lichten, dass nicht die Technologie selbst die größte Heraus- forderung ist, sondern ihr sinnvoller Einsatz im Arbeitsalltag. Ihr größter Nutzen liegt dort, wo sie Routinetätigkeiten übernimmt und Mitarbeitende spürbar entlastet. Vorgestellt wurden unter anderem Anwendungen zur Unter- stützung der Dokumentation, digitale Assistenzsysteme für das Onboarding neuer Mitarbeitender sowie praxisnahe Pilotpro- jekte, mit denen Organisationen erste Erfahrungen sammeln können. Der Einstieg gelingt nicht mit der perfekten Strategie, sondern mit überschaubaren Anwendungsfällen, aus denen sich schrittweise eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie entwi- ckeln lässt.