Resilienz stärken mit Ecclesia-Expertise – aus dem Blackout lernen
Gleichzeitig hat der Blackout Anfang Januar verdeutlicht, wie wirksam Prävention und Resilienzstrategien sind. Unsere Kunden haben in Ausnahme- und Katastrophenfällen von gemeinsam mit uns entwickelten Maßnahmen profitiert – sei es beim Berliner Blackout, bei Hochwasser-Ereignissen oder in anderen Notlagen. Die Ereignisse belegen: Prävention, realistische Risikoanalysen und Risikomanagement sowie abgestimmte Notfallkonzepte wirken verlässlich und nachhaltig.
Der Rückblick zeigt klar: Jede Krise liefert wertvolle Erkenntnisse, die Resilienz weiter stärken. Der Berliner Vorfall ist für uns deshalb nicht nur eine Bestätigung bestehender Ansätze, sondern ein konstruktiver Impuls, unsere Konzepte weiterzuentwickeln und neue Lösungen zu gestalten, die Unternehmen, Institutionen und Organisationen noch besser auf Ausnahmesituationen vorbereiten.
Wir ordnen die zentralen Lehren aus dem Berliner Blackout ein – und zeigen, wie Unternehmen und Institutionen langfristig von konsequenter Prävention und einem starken Partner an ihrer Seite profitieren.
Die Auswirkungen reichten weit über das Gesundheits- und Sozialwesen hinaus. Industrieunternehmen verschiedener Branchen waren ebenfalls betroffen – von produzierenden Betrieben bis zu Unternehmen mit sensibler technischer Ausstattung, die auf eine stabile Energieversorgung angewiesen sind. Der Blackout-Vorfall machte erneut deutlich, dass Resilienz branchenübergreifend gedacht werden muss – vom Krankenhaus über soziale Einrichtungen bis hin zur Industrie. Technik kann stabilisieren, doch erst klare Abläufe, geübte Prozesse und verlässliche Strukturen sichern die tatsächliche Handlungsfähigkeit in einer Krise.
Schäden individuell einordnen – Orientierung im Ausnahmezustand
Wie unterschiedlich ein Ausfall Einrichtungen treffen kann, zeigte sich bei der Schadenaufnahme. „Jeder Schaden muss individuell betrachtet werden“, sagt Natalie Liptow, Leiterin Sachschaden der Ecclesia Gruppe. Entscheidend seien vollständige Dokumentationen, eine klare Priorisierung und ein strukturierter Ablauf. Die Spezialisten-Teams der Ecclesia Gruppe begleiten diese Schritte – und schaffen Orientierung in einer Situation, in der viele Beteiligte gleichzeitig gefordert sind.
– Natalie Liptow – Leiterin Sachschaden der Ecclesia GruppeRahmenabkommen und einzelne Schadenfälle sind nicht vergleichbar und müssen separat bewertet werden
Resilienz beginnt bei der Organisation
Technische Redundanzen helfen – wirksam werden sie jedoch erst durch Menschen und klare Prozesse. „Das Wichtigste ist ein klarer Plan. Was mache ich in Sondersituationen? Wie laufen Meldewege? Wer ist zuständig? Wie arbeitet der Krisenstab?“, sagt Carsten Meier, Mitglied der Geschäftsleitung von Geerken + Partner. Geerken + Partner ist ein Spezialversicherungsmakler der Ecclesia Gruppe mit Fokus auf die private Pflegewirtschaft. Auch Kunden aus diesem Bereich waren vom Blackout betroffen.
Wichtig zu wissen: Verlässliche Abläufe, definierte Verantwortlichkeiten und funktionierende Kommunikationswege entscheiden darüber, wie schnell Einrichtungen reagieren können – insbesondere dann, wenn Systeme nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sind.
Business-Continuity-Management-Plan sichert Geschäftsfähigkeit
Es empfiehlt sich daher, einen Business-Continuity-Management-Plan vorzuhalten, um die eigene Geschäftsfähigkeit auch in Ausnahmesituationen zu sichern.
„Betriebsstörungen lassen sich nicht immer verhindern. Doch auch wenn solche Ereignisse selten und schwer vorhersehbar sind, sollten Unternehmen vorbereitet sein“, sagt Katrin Gutseel, Teamleiterin Sach- und Technische Versicherung im Ressort Markets bei Ecclesia Gruppe. Business Continuity Management beschreibt die systematische Notfallplanung eines Unternehmens: Ziele, Abläufe und Verantwortlichkeiten werden so definiert, dass kritische Prozesse auch während einer Störung weiterlaufen können. Ohne diese Vorsorge riskieren Unternehmen nicht nur einen Betriebsstillstand, sondern ebenso erhebliche Folgen für Kunden, Mitarbeitende und das eigene Geschäft.
– Carsten Meier – Mitglied der Geschäftsleitung von Geerken + PartnerEntscheidend ist ein klarer Plan: Welche Schritte gelten in Sondersituationen, wie laufen Meldewege, und wie arbeitet der Krisenstab.
Business Continuity Management Plan (BCM): Die wichtigsten Schritte im Überblick
Analyse und Planung – kritische Prozesse erkennen
Unternehmen müssen wissen, welche Abläufe für sie unverzichtbar sind. Dazu gehört die Analyse der eigenen Prozesse: Welche Tätigkeiten sind geschäftskritisch? Welche Ressourcen werden dafür benötigt? Erst wenn diese Grundlagen klar sind, lässt sich ein wirksamer BCM-Plan aufbauen.
Prävention und Vorbereitung – Schwachstellen frühzeitig minimieren
Ziel ist es, Störungen möglichst zu vermeiden. Dazu werden Risiken identifiziert, technische und organisatorische Schwachstellen bewertet und Maßnahmen entwickelt, um diese zu reduzieren. So lässt sich die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens deutlich erhöhen.
Organisation und Koordination – Strukturen für den Ernstfall schaffen
Aufbau der BCM-Organisation: Wer informiert wen? Wie laufen Meldewege? Wer trägt Verantwortung für Entscheidungen?
Es geht um klare Abläufe, feste Rollen und eine Dokumentation, die im Notfall schnell griffbereit ist – damit alle wissen, was zu tun ist.Reaktion und Wiederherstellung – Notfallpläne greifen
Tritt eine Störung ein, werden die vorbereiteten Notfallpläne aktiviert. Ziel ist es, die wichtigsten Prozesse aufrechtzuerhalten oder schnell wiederherzustellen. Dazu gehören Sofortmaßnahmen, Koordination aller Beteiligten und die systematische Rückkehr in den Normalbetrieb.
Test und Übungen – Pläne regelmäßig erproben
Ein BCM-Plan wirkt nur, wenn er im Ernstfall funktioniert. Deshalb sind regelmäßige Übungen, Schulungen und Tests notwendig. So lassen sich Abläufe überprüfen, Rollen klären und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren.
Wirtschaftliche Folgen im Blick behalten
Ein Stromausfall kann erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen zur Folge haben. Prozesse werden unterbrochen, Personal muss umdisponiert werden, zusätzliche Kosten entstehen. „Wenn eine passende Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen wurde, gehen wir nach heutigem Stand davon aus, dass die Verträge den entsprechenden Deckungsschutz bieten“, betont Carsten Meier. Gleichzeitig sind reine Energieausfälle – ohne vorangegangenen Sachschaden – in vielen Verträgen nur eingeschränkt abgesichert. Deshalb lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung des Versicherungsschutzes.
Gefahrerhöhung richtig bewerten
Nach einem Stromausfall stellt sich häufig die Frage, ob die Unterbrechung oder Beeinträchtigung sicherheitsrelevanter Systeme – etwa Alarm- oder Brandmeldetechnik – automatisch eine Gefahrerhöhung bedeutet. „Ein kurzfristiger Stromausfall ist keine Gefahrerhöhung, denn es fehlt die Dauerhaftigkeit“, sagt Katrin Gutseel. In solchen Fällen empfiehlt es sich dennoch, möglichst zeitnah eine Meldung an den Versicherer zu machen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Sichere Maßnahmen statt riskanter Improvisation
Wo Ressourcen fehlen, wird häufig improvisiert – doch gerade Improvisation kann neue Risiken erzeugen. Expertin Katrin Gutseel betont: „Mobile Gasheizungen, Heizpilze oder Gasgrills dürfen auf gar keinen Fall in geschlossenen Räumen verwendet werden, es sei denn, sie sind ausdrücklich dafür zugelassen – zum Beispiel, wenn sie ein anerkanntes Prüfzeichen tragen.“
Geräte mit Prüfzeichen verfügen in der Regel über eine Zünd- oder Sauerstoffmangelsicherung, die das Gerät automatisch abschaltet, sobald zu wenig Sauerstoff im Raum vorhanden ist. Dennoch gilt: Der Raum muss immer ausreichend belüftet sein. Zugleich verdeutlicht die Teamleiterin Sach- und Technische Versicherung Markets: „Nicht jeder Kunde hat die Möglichkeit, sich vor so einer Situation komplett zu schützen.“ Gerade deshalb sind realistische Vorsorgemaßnahmen wichtig: belastbare Notstromkonzepte, unterbrechungsfreie Energieversorgung, klare Regeln, regelmäßige Wartung und geschulte Mitarbeitende.
– Katrin Gutseel – Teamleiterin Sach- und Technische Versicherung im Ressort Markets der Ecclesia GruppeKritisch kann es werden, wenn Alarm- oder Brandmeldesysteme beeinträchtigt sind. In solchen Fällen ist es sinnvoll, den Versicherer schnellstmöglich zu informieren.
Versicherungsschutz bei Terrorereignissen jetzt prüfen
Auch der Versicherungsschutz bei Terrorereignissen spielt weiterhin eine wichtige Rolle. „Der Vorfall in Berlin wird als politisch motivierter Anschlag eingeordnet. Die Kriterien eines Terrorakts erfüllt er juristisch jedoch nicht“, ordnet Natalie Liptow den Blackout im Südwesten der Bundeshauptstadt ein. „Die Kriterien sind im versicherungsrechtlichen Sinne aus unserer Sicht nicht erfüllt.“ Denn dafür müsste der Anschlag geeignet sein, um Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu erzeugen. Trotz der schlimmen und herausfordernden Situation der Betroffenen gelten hier die Merkmale eines Terroraktes – anders als zum Beispiel bei einem Bombenanschlag – als nicht erfüllt. Trotzdem empfiehlt Natalie Liptow, den bestehenden Schutz gegen Schäden durch Terrorereignisse zu überprüfen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Versicherungssummen und der Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2029.
Änderungen bei den Versicherungssummen
Die nachfolgenden Angaben geben einen Überblick über die veränderten Markt- und Zeichnungsgrenzen.
Bisher lag die Grenze für eine Absicherung über den Spezialversicherer Extremus bei einer Versicherungssumme von 25 Millionen Euro. Für Neugeschäfte erhöht sich diese Grenze ab 2026 auf 50 Millionen Euro. Schäden unterhalb dieser neuen Grenze werden – sofern die jeweilige Police dies vorsieht – vom Erstversicherer getragen.
Wichtig zu wissen: Bestehende Verträge mit niedrigeren Versicherungssummen erhöhen sich nicht automatisch auf 50 Millionen Euro, sondern werden weiterhin über Extremus fortgeführt.
Für eine individuelle Einordnung, konkrete Vertragsdetails oder Rückfragen empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit Ihren Ecclesia-Ansprechpartner.
Risiken – wo und wie Risiken entstehen
Eine Risikoanalyse gewinnt deutlich an Qualität, wenn sie vor Ort erfolgt. „Das Thema Krise mehrdimensional und ein Stück weit größer zu denken, ist besonders wichtig“, sagt Carsten Meier. Mit ecrisk_services bietet die Ecclesia Gruppe Risikoaufnahmen in Betrieben an – technische, bauliche und organisatorische Aspekte inklusive. Die daraus entstehenden Maßnahmenpläne sind praxisnah, sofort umsetzbar und stärken die operative Resilienz nachhaltig.
– Frederik Meilwes – Leiter operatives Geschäft und Mitglied der Geschäftsleitung der GRB Gesellschaft für Risiko BeratungWir entwickeln durchdachte und auf das jeweilige Szenario zugeschnittene spezifische Notfallkonzepte, die im Ernstfall zuverlässig tragen.
Starke Strukturen für den Ernstfall: Gesellschaft für Risikoberatung (GRB)
Die Mitarbeitenden der GRB unterstützen seit mehr als 25 Jahren Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens beim Aufbau wirksamer Notfallstrukturen. In diesen Bereichen sind die Anforderungen besonders hoch. „Kliniken und soziale Einrichtungen müssen selbst in Ausnahmesituationen zuverlässig funktionieren“, sagt Frederik Meilwes, Leiter operatives Geschäft und Mitglied der Geschäftsleitung der GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung. „Dafür entwickeln wir auf das jeweilige Szenario zugeschnittene Notfallkonzepte, die im Ernstfall wirklich tragen und sich an den zu schützenden Kernprozessen orientieren.“
Viele Einrichtungen verfügen zum Beispiel über Notstrom und Redundanzen, doch ohne regelmäßige Übungen und abgestimmte Abläufe stellen diese nur einen Teil der Lösung dar. „Unser Auftrag ist es, Organisationen so aufzustellen, dass selbst bei erheblichen Störungen die Chaosphase minimiert wird und geordnete Notfallprozesse greifen“, sagt Frederik Meilwes. „Das Ziel ist es, möglichen Schaden an Personen und an der Organisation selbst zu verhindern oder größtmöglich zu reduzieren. Wir geben Sicherheit – fachlich, strategisch und operativ.“
Der Berliner Blackout verdeutlicht erneut: Resilienz entsteht durch klare Strukturen, Erfahrung und verlässliche Partnerschaften.
KRITIS-Dachgesetz: Resilienz als wichtige Führungsaufgabe
Mit dem KRITIS-Dachgesetz, das sich derzeit in der politischen Finalisierung befindet, entsteht erstmals ein bundesweit einheitlicher Rahmen für den physischen und organisatorischen Schutz Kritischer Infrastrukturen. Der Berliner Stromausfall Anfang 2026 hat eindrücklich gezeigt, warum das Thema an Bedeutung gewinnt: Entscheidend ist nicht die Ursache eines Ausfalls, sondern die Frage, wie belastbar Systeme im Ernstfall wirklich sind.
In den politischen Gesprächen wurden zuletzt zentrale Punkte angepasst. Vorgesehen ist eine länderspezifische Ausgestaltung der Schwellenwerte, um die Einstufung als Kritische Infrastruktur passgenauer vorzunehmen. Zudem sollen Transparenzpflichten – insbesondere für Energienetzbetreiber – reduziert werden. Offen bleibt, ob das Thema Drohnenabwehr in das Gesetz aufgenommen wird. In den vergangenen Wochen war intensiv darüber diskutiert worden, ob Betreiber Kritischer Infrastrukturen künftig rechtssicher Drohnen detektieren und möglicherweise selbst Abwehrmaßnahmen einleiten dürfen. Während die Bundesländer und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erweiterte Detektionsrechte forderten, lehnten Branchenverbände eine Pflicht zur Beschaffung von Drohnendetektionssystemen ab.
Rechtlich bleibt die Lage derzeit unverändert: Der Luftraum über Kritischen Infrastrukturen unterliegt der Luftaufsicht des Bundes. Private Abwehrmaßnahmen sind rechtswidrig, Detektionssysteme hingegen zulässig. Eine angekündigte ergänzende Verordnung würde sich ausschließlich mit Detektionsrechten befassen. Wann sie erarbeitet wird, ist offen.
Was KRITIS in der Praxis bedeutet
- Risiken kennen: Welche Anlagen und Prozesse sind für die Versorgung unverzichtbar – und welche Abhängigkeiten bestehen?
- Vorsorge treffen: Notstrom, Redundanzen und physischer Schutz müssen vorhanden und erprobt sein.
- Handlungsfähigkeit sichern: Klare Notfallpläne, eindeutige Zuständigkeiten und funktionierende Kommunikationswege sind zentral.
- Resilienz verankern: KRITIS ist keine reine Technikfrage, sondern eine Führungsaufgabe.
Für Unternehmen und Institutionen – insbesondere mit industriellen Abhängigkeiten von Energie und Kommunikationsnetzen – bleibt diese Entwicklung hoch relevant. Unabhängig davon, wie der finale Gesetzestext aussieht, zeigt der Berliner Stromausfall: Resilienz entscheidet darüber, wie gut Betriebe Ausnahmesituationen bewältigen können – technisch, organisatorisch und finanziell.
Aus der Ecclesia-Praxis zeigt sich daher: Vorsorge beginnt nicht erst mit neuen gesetzlichen Anforderungen, sondern mit einer realistischen Einschätzung von Risiken und der konsequenten Vorbereitung auf das, was eintreten kann