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Arne Jägers im Interview: „Wer Risiken kennt, kann sie steuern“

Technische Risiken werden oft erst sichtbar, wenn ein Schaden entsteht oder Versicherer genauer nachfragen. Das Ecclesia-Kompetenzcenter ecrisk_services setzt deutlich früher an: Es analysiert Gebäude, Standorte und technische Prozesse, macht Risiken frühzeitig sichtbar und schafft so eine fundierte Grundlage für Präventionsmaßnahmen, Investitionsentscheidungen und tragfähige Versicherungslösungen. Wie das konkret funktioniert und warum technische Risikotransparenz für Unternehmen und Institutionen immer wichtiger wird, erklärt Arne Jägers, Leiter von ecrisk_services.

Herr Jägers, warum wird technische Risikotransparenz heute strategisch wichtiger?

Wir beobachten eine klare Veränderung am Versicherungsmarkt. Versicherer erwarten heute deutlich mehr Informationen über Gebäude, technische Anlagen, Schutzmaßnahmen und mögliche Schadenfolgen. Je präziser ein Risiko beschrieben und nachvollziehbar bewertet werden kann, desto größer ist der Spielraum bei der Platzierung.

Das betrifft insbesondere Risiken mit erhöhtem Brand-, Naturgefahren- oder Betriebsunterbrechungspotenzial. In solchen Fällen reicht es nicht aus, erst aktiv zu werden, wenn eine Ausschreibung läuft oder der Versicherer konkrete Fragen stellt. Dann sind die Handlungsspielräume für unsere Kunden bereits eingeschränkt. Technische Risikotransparenz schafft eine fundierte Grundlage für Investitionen, Prävention und strategische Entscheidungen.
 

Wer technische Risiken früh kennt, gewinnt Handlungsspielraum, bevor Entscheidungen kaum noch korrigierbar sind.

– Arne Jägers, Leiter ecrisk_services

Herr Jägers, warum wird technische Risikotransparenz heute strategisch wichtiger?

Wir beobachten eine klare Veränderung am Versicherungsmarkt. Versicherer erwarten heute deutlich mehr Informationen über Gebäude, technische Anlagen, Schutzmaßnahmen und mögliche Schadenfolgen. Je präziser ein Risiko beschrieben und nachvollziehbar bewertet werden kann, desto größer ist der Spielraum bei der Platzierung.

Das betrifft insbesondere Risiken mit erhöhtem Brand-, Naturgefahren- oder Betriebsunterbrechungspotenzial. In solchen Fällen reicht es nicht aus, erst aktiv zu werden, wenn eine Ausschreibung läuft oder der Versicherer konkrete Fragen stellt. Dann sind die Handlungsspielräume für unsere Kunden bereits eingeschränkt. Technische Risikotransparenz schafft eine fundierte Grundlage für Investitionen, Prävention und strategische Entscheidungen.

Welche Rolle übernimmt ecrisk_services innerhalb der Ecclesia Gruppe?

Wir ergänzen die Versicherungsberatung um eine technische Perspektive, die immer wichtiger wird. Unser Team verbindet Expertise aus Ingenieurwesen und Architektur mit der Versicherungs- und Beratungskompetenz der Ecclesia Gruppe.
Dabei analysieren wir Standorte, Gebäude, Anlagen und Prozesse mit Blick auf zwei zentrale Fragen: Welche Risiken bestehen? Und welche Maßnahmen können diese verringern und die Risikoqualität verbessern? So verknüpft ecrisk_services die technischen Gegebenheiten vor Ort mit der Beratung der Ecclesia Gruppe und den Anforderungen des Versicherungsmarktes. Unsere Aufgabe ist es, technische Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie gezielt in die Beratung, Ausschreibung und Platzierung einfließen können.

Was macht diesen Ansatz besonders?

Das Besondere ist die Kombination aus technischer Expertise, Versicherungsperspektive und Beratung mit Augenmaß. Versicherer stellen Anforderungen, die aus ihrer Sicht nachvollziehbar sind. Das heißt aber nicht automatisch, dass jede Forderung sofort sinnvoll, wirtschaftlich angemessen oder im konkreten Fall die beste Lösung ist.

Unsere Aufgabe ist es, diese Anforderungen fachlich einzuordnen und gemeinsam mit den Kunden praktikable und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu entwickeln. Gerade wenn Budgets begrenzt sind, hilft unsere externe Perspektive dabei, Maßnahmen zu priorisieren und Risiken gezielt zu steuern. Wir verstehen uns deshalb vor allem als beratender Partner, der technische Risiken einordnet und fundierte Entscheidungen unterstützt.
 

Nicht jede Forderung eines Versicherers ist automatisch sinnvoll oder wirtschaftlich angemessen. Unsere Aufgabe ist es, technische Anforderungen einzuordnen und Lösungen mit Augenmaß zu entwickeln.

– Arne Jägers, Leiter ecrisk_services

Wann sollte ecrisk_services eingebunden werden?

Möglichst früh. Viele technische Risiken entstehen nicht plötzlich, sondern durch Veränderungen: neue Standorte, Bauvorhaben, technische Anlagen, Lagerstrukturen oder veränderte Prozesse. Aus betrieblicher Sicht sind das oft sinnvolle Entscheidungen. Aus Versicherungsperspektive können sie aber erhebliche Auswirkungen haben.

Ein gutes Beispiel dafür sind Photovoltaikanlagen. Dabei geht es um Energie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, aber auch um versicherungstechnische Fragen: Wie sind Anlage und Dach aufgebaut? Welche Schutzmaßnahmen sind vorgesehen? Welche Anforderungen stellt der Versicherer? Werden diese Punkte früh berücksichtigt, können sie in die Planung einfließen. Nach der Installation steigen Aufwand und Kosten für nachträgliche Anpassungen oft deutlich.
Das Gleiche gilt für neue Standorte, sei es national oder international. Bevor sie in bestehende Versicherungslösungen eingebunden werden können, muss klar sein, was dort passiert, welche Werte vorhanden sind, welche Schutzmaßnahmen bestehen und welche Abhängigkeiten es gibt. Je früher diese Informationen vorliegen, desto besser lassen sich Prävention, Platzierung und Investitionsentscheidungen miteinander verbinden.

Welche Leistungen gehören zum Kern von ecrisk_services?

Ein Schwerpunkt ist die Gebäudebewertung. Wir ermitteln belastbare Gebäudeversicherungswerte, machen den tatsächlichen Absicherungsbedarf transparent und helfen so, das Risiko einer Unterversicherung zu verringern. Gleichzeitig schaffen wir eine verlässliche Grundlage für Investitionsentscheidungen. Unser Spektrum reicht von kirchlichen und sozialen Einrichtungen über Gebäude des Gesundheitswesens bis hin zu Industrie- und Logistikhallen.

Ein zweiter Schwerpunkt sind Betriebsbesichtigungen und technische Risikoberichte. Dabei erfassen wir vor Ort relevante Informationen und bereiten sie so auf, dass sie für die weitere Beratung und Versicherungsplatzierung genutzt werden können. Hinzu kommen Empfehlungen zur Schadenverhütung, Brandschutz- und Bauberatung aus Versicherungsperspektive, Analysen zu Naturgefahren und Klimafolgerisiken sowie Fragen zu Betriebsunterbrechungen und Abhängigkeiten zwischen Standorten.

Entscheidend ist das Zusammenspiel der drei Leistungsfelder: Valuation schafft Transparenz über vorhandene Werte, Engineering macht technische Risiken sichtbar und Consulting leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. 
 

ecrisk_services verbindet die Situation vor Ort mit den Anforderungen des Versicherungsmarktes. So entstehen bessere Grundlagen für Beratung, Prävention und Platzierung.

– Arne Jägers, Leiter ecrisk_services

Was bedeutet diese technische Risikotransparenz konkret für Unternehmen und Institutionen?

Unternehmen und Institutionen erhalten ein klareres Bild ihrer tatsächlichen Risikosituation. Das hilft ihnen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen gezielt zu priorisieren und Investitionen vorausschauend zu planen.
Gerade bei komplexen Risikosituationen reicht es nicht aus, nur Versicherungssummen und Standorte zu kennen. Entscheidend ist ein nachvollziehbares Gesamtbild der Schutzmaßnahmen, Abhängigkeiten und möglichen Schadenfolgen. Sind diese Zusammenhänge transparent, lassen sich Anforderungen des Versicherungsmarktes besser einordnen und Gespräche mit Versicherern gezielter führen.

Davon profitieren Kunden unmittelbar: Prävention wird planbarer, Entscheidungen werden fundierter und die Versicherbarkeit kann langfristig gestärkt werden.

Können Sie ein Beispiel nennen, das diesen Ansatz greifbar macht?

Ein aktuelles Pilotprojekt ist die Entwicklung eines digitalen Risiko-Fragebogens für Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Diese Werkstätten unterscheiden sich teils deutlich voneinander, etwa bei Gebäuden, technischer Ausstattung, Tätigkeiten, Lagerung oder Produktionsprozessen. Gleichzeitig liegen relevante Informationen nicht immer so vor, dass Risiken strukturiert bewertet werden können.

Mit dem Fragebogen sollen Risikoinformationen künftig systematisch und vergleichbar erfasst werden. So entsteht eine Grundlage, um die Daten aus einer größeren Zahl von Werkstätten vergleichend auszuwerten, Präventionspotenziale zu erkennen und die Beratung gezielter vorzubereiten.

Wichtig ist: Der Fragebogen wird derzeit in der Praxis erprobt und auf Basis der gewonnenen Erfahrungen weiterentwickelt. Der Pilot zeigt gut, wohin wir wollen: zu einer besseren Datengrundlage für Beratung, Prävention und Risikosteuerung, ergänzt um Unterstützung bei der Versicherbarkeit. Vergleichbare Informationen helfen dabei, Muster zu erkennen und konkrete Handlungsfelder abzuleiten.

Was ist Ihr wichtigster Rat?

Risikorelevante Veränderungen sollten frühzeitig angesprochen werden. Das gilt für neue Standorte, Bauvorhaben, technische Anlagen, Lagerstrukturen, veränderte Prozesse oder neue Anforderungen von Versicherern. Je früher solche Themen geprüft werden, desto besser lassen sich Risiken bewerten und geeignete Maßnahmen planen.

Wer Risiken kennt, kann sie steuern. Eine Analyse garantiert nicht automatisch niedrigere Prämien oder eine unmittelbare Versicherbarkeit. Sie schafft aber Klarheit darüber, wo Schwachstellen liegen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie ein Risiko gegenüber dem Versicherungsmarkt eingeordnet werden kann. 
Wer Risiken rechtzeitig erkennt, kann Investitionen gezielter planen, Präventionsmaßnahmen priorisieren und die Versicherbarkeit langfristig stärken.
 

Drei Leistungsfelder von ecrisk_services

ecrisk_services unterstützt Unternehmen und Institutionen dabei, technische Risiken transparent zu machen, Investitionen gezielt vorzubereiten und die Versicherbarkeit langfristig zu stärken.

Valuation:
Welche Gebäudewerte sind vorhanden – und in welcher Höhe müssen sie abgesichert werden?

Engineering:
Welche technischen Risiken bestehen an Gebäuden, Standorten, Anlagen oder Prozessen?

Consulting:
Welche Maßnahmen sind sinnvoll, wirtschaftlich vertretbar und stärken die Versicherbarkeit? Wo bestehen Abhängigkeiten?
 

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