Branchen Hebammen

Was Hebammen wirklich brauchen

Ein Gespräch mit Johannes Jaklin, Christian Seeger und Olga Pfeil von hevianna über starke Partnerschaften und spezialisierte Beratung.

Innerhalb unseres Geschäftsfelds Gesundheit, Kirche und Soziales stellen wir unseren Kundinnen und Kunden spezialisierte Teams zur Seite, die die besonderen Herausforderungen dieser sensiblen Bereiche verstehen. Unsere Expertinnen und Experten kennen die täglichen Anforderungen in Kliniken, sozialen Einrichtungen und kirchlichen Organisationen – und arbeiten eng zusammen, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist hevianna, unsere auf die Absicherung von Hebammen spezialisierte Einheit. Sie begleitet freiberuflich tätige ebenso wie angestellte Hebammen und entwickelt individuelle Konzepte, die den besonderen beruflichen Risiken gerecht werden. In enger Kooperation mit der Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) – ebenfalls Teil der Ecclesia Gruppe – entstehen so maßgeschneiderte Lösungen, die Fachwissen, Erfahrung und Verantwortung verbinden.

Was ist hevianna – und warum ist das für Hebammen relevant?

Johannes Jaklin: Weil wir Hebammen verstehen. hevianna ist kein anonymer Versicherungsvertrieb, sondern ein spezialisierter Versicherungsmakler – exklusiv für Hebammen. Wir stehen auch gegenüber den Versicherern ausschließlich auf der Seite der Hebammen, beraten unsere Kundinnen und Kunden unabhängig und suchen aus verschiedenen Angeboten die Lösung, die am besten zu den Bedürfnissen passt. Wir kennen die Herausforderungen von Hebammen im Alltag, wir wissen, was eine Geburt bedeutet – auch rechtlich und emotional. Seit vielen Jahren arbeiten wir eng mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) zusammen, für den wir die Versicherungslösungen entwickeln und betreuen. Das heißt: Wer bei hevianna versichert ist, profitiert nicht nur von guten Konditionen, sondern von einer Vielzahl von Lösungen, die speziell auf den Berufsstand zugeschnitten sind.

Christian Seeger: Unsere Stärke ist die Tiefe. Wir begleiten die Hebammen nicht nur im Vertragsabschluss, sondern auch dann, wenn es darauf ankommt – etwa im Schadenfall. Und das tun wir mit fachlichem Know-how und großem Respekt. Was uns besonders macht: Wir vertreten ausschließlich die Interessen der Hebammen. Anders als bei Versicherern oder allgemeinen Vermittlern steht für uns nicht die Police im Mittelpunkt, sondern die Hebamme mit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe. Ihre Tätigkeit wollen wir bestmöglich absichern und schützen.

Olga Pfeil: Und: In unserem Team arbeiten Menschen, die seit Jahren eng mit der Hebammenwelt verbunden sind – manche sogar selbst mit Geburtshilfe-Erfahrung oder mit langjähriger Tätigkeit in der Beratung des DHV. Diese Nähe führt dazu, dass wir viele Anliegen intuitiv verstehen – ohne dass sie erst lang erklärt werden müssen. Genau das macht für viele Hebammen einen spürbaren Unterschied.

In unserem Team arbeiten Menschen, die seit Jahren eng mit der Hebammenwelt verbunden sind – manche sogar selbst mit Geburtshilfe-Erfahrung oder mit langjähriger Tätigkeit in der Beratung des DHV.

– Olga Pfeil, Teamleiterin Krankenhaus Region Süd

Worin genau besteht der Vorteil für DHV-Mitglieder?

Johannes Jaklin: Der DHV ist Versicherungsnehmer eines Gruppenvertrags, über den mehr als 16.000 Hebammen abgesichert sind. Diese Struktur macht es überhaupt erst möglich, dass auch freiberuflich tätige Hebammen mit Geburtshilfe bezahlbaren Versicherungsschutz erhalten – trotz hoher Risiken und Schadenhöhen. 

Diese Bündelung ist unser größter Hebel. Sie verschafft uns eine starke Verhandlungsposition gegenüber den Versicherern – weil wir nicht im Einfall argumentieren müssen, sondern mit der Kraft der Gemeinschaft auftreten. Wir kennen die Anforderungen, aber eben auch die realen Schadenzahlen. Und diese zeigen: Ja, es gibt Fälle mit hohen Schadenkosten – aber es gibt auch viele Situationen, die Hebammen durch ihre Expertise souverän meistern. Damit sind Schadenereignisse insgesamt selten. Das ist Fakt. Die differenzierte Betrachtung ist wichtig und diese bringen wir aktiv in die Vertragsverhandlungen ein. Dadurch konnten wir zum Beispiel die Deckungssumme auf 12,5 Millionen Euro anheben. Prämienanpassungen lassen sich im Versicherungsmarkt nie vollständig vermeiden, doch ohne unser aktives Engagement und die enge Verhandlungsführung im Sinne der Hebammen wären die Steigerungen deutlich höher ausgefallen.

Olga Pfeil: Wir verfügen über belastbare Auswertungen, kennen die Struktur der Schäden sehr genau und bringen dieses Wissen regelmäßig in die Gespräche mit Versicherern ein. Unsere Argumentation basiert nicht auf Einzelmeinungen, sondern auf Zahlen, Erfahrungen und einer engen Begleitung der Entwicklungen im Hebammenberuf. Auch das unterscheidet uns von vielen anderen Marktteilnehmern.

Geburtsschäden können sehr komplex sein: medizinisch, juristisch und vor allem emotional.

– Christian Seeger, Teamleiter Region Süd

Und was passiert, wenn es doch einmal zu einem Schaden kommt?

Christian Seeger: Dann sind wir da – nicht nur versicherungstechnisch, sondern auch menschlich. Geburtsschäden können sehr komplex sein: medizinisch, juristisch und vor allem emotional. Hebammen geraten in solchen Fällen oft in eine Ausnahmesituation, in der sie nicht nur als Fachperson handeln, sondern selbst betroffen sind. Wir sprechen hier bewusst vom „Second Victim“ – also vom zweiten Opfer eines Schadensereignisses. Denn neben den unmittelbar Betroffenen leiden häufig auch die betreuenden Hebammen selbst unter Schuldgefühlen, Selbstzweifel oder Verunsicherung. Diese Seite wird oft übersehen – nicht bei uns. Unser spezialisiertes Team begleitet jeden Fall mit größter Sorgfalt, Empathie und Respekt. Wir übernehmen die Kommunikation mit dem Versicherer, koordinieren den Austausch mit allen Beteiligten und stehen der betroffenen Hebamme zur Seite – fachlich wie persönlich. Unser Ziel ist es, dass sie sich nicht alleingelassen fühlt und möglichst stabil durch diese Situation kommt.

Welche zusätzlichen Leistungen bieten Sie über den klassischen Versicherungsschutz hinaus an?

Johannes Jaklin: hevianna ist Teil der Ecclesia Gruppe, dem größten deutschen Versicherungsmakler im Gesundheits- und Sozialwesen. Dadurch können wir auf weitere Partnerunternehmen zurückgreifen – unter anderem auf die GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung, die ebenfalls zur Gruppe gehört.

Olga Pfeil: Darüber hinaus begleitet die GRB seit über 25 Jahren Einrichtungen im Gesundheitswesen in den Bereichen Patientensicherheit, Risikomanagement und Qualität. Gemeinsam mit dem DHV hat sie das Zertifizierungsverfahren für hebammengeleitete Kreißsäle (HKS+) mitentwickelt – ein Verfahren, das Hebammen in Kliniken stärkt und ihre Verantwortung sichtbar macht. Auch hier sind wir als hevianna unterstützend eingebunden.

Christian Seeger: Gemeinsam mit dem DHV bieten wir freiberuflich tätigen Hebammen ein umfassendes Risikomanagement-Programm, das die eigene Praxis stärkt – inklusive eines kostenfreien Simulationstrainings. Wer dieses Angebot nutzt, profitiert nicht nur fachlich, sondern stärkt auch das eigene Sicherheitsgefühl im Alltag.